401(k) – The American Way of Altersvorsorge

Wenn Sie in den USA eine Stelle als Angestellter antreten oder dort unternehmerisch tätig werden und Mitarbeiter in den USA anstellen, werden Sie früher oder später mit dem Thema 401(k) konfrontiert. Dieses Anlagemodell gehört zu den wichtigsten Bausteinen der privaten Altersvorsorge in den Vereinigten Staaten und unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von europäischen Systemen.

Was ist ein 401(k)

Der Begriff 401(k) stammt direkt aus dem US-amerikanischen Steuerrecht. Er bezeichnet den gleichnamigen Abschnitt im US-Steuergesetzbuch, dem Internat Revenue Code (IRC). Der allgemein gültige Begriff geht somit auf den Paragrafen 401, Absatz (k) zurück, welcher 1978 in das US-Steuergesetz aufgenommen wurde.

Ein 401(k)-Plan ist ein steuerlich begünstigtes, vom Arbeitgeber mitfinanziertes Modell der privaten Altersvorsorge. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, freiwillig einen Teil ihres Einkommens auf ein bei einer Bank oder Investmentanbieter eröffneten 401(k)-Konto einzuzahlen. Im Jahr 2026 liegt die Obergrenze der jährlichen Beiträge (contributions), die meist direkt vom Arbeitsgeber abgeführt werden, bei 24.500 US-Dollar.

Ein wesentlicher Vorteil des 401(k) liegt in der Flexibilität der Anlage. Arbeitnehmer entscheiden selbst, wie ihr Geld investiert wird, etwa in Aktien, ETFs, Fonds oder andere Wertpapiere. Damit geht jedoch auch Verantwortung einher, da das Risiko der Kapitalanlage bei den Sparern selbst liegt. Gleichzeitig bietet diese Freiheit die Chance auf attraktive Renditen, insbesondere bei langfristigem Anlagehorizont.

Besonders attraktiv wird der 401(k) durch steuerliche Vorteile. Während der Ansparphase sind die eingezahlten Beiträge sowie die daraus resultierenden Zinsen und Dividenden steuerfrei. Dadurch kann der Zinseszinseffekt ungestört wirken und das Vermögen schneller wachsen.

Employer Match – ein spannender Benefit bei der Personalgewinnung

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der sogenannte employer match. Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den Einzahlungen ihrer Mitarbeiter. Die konkrete Ausgestaltung dieser Beteiligung variiert von Unternehmen zu Unternehmen, doch ein häufiges Modell sieht vor, dass der Arbeitgeber die ersten 3 % des Gehalts vollständig („Dollar für Dollar“) und weitere 2 % zur Hälfte bezuschusst. Dieses zusätzliche Geld stellt im Grunde eine sofortige Rendite dar und sollte nach Möglichkeit vollständig genutzt werden.

Die Besteuerung des angesparten Guthabens erfolgt erst bei der Auszahlung, die frühestens ab einem Alter von 59 ½ Jahren erfolgen darf. Da der Einkommenssteuersatz im Ruhestand durch ein geringeres Einkommen oft geringer ist als während des aktiven Erwerbslebens, fällt in vielen Fällen auch die Steuerlast niedriger aus. Wer jedoch vorzeitig auf das angesparte Kapital zugreifen will, muss in der Regel eine Strafzahlung von 10 % leisten und den Betrag voll zum aktuellen Einkommenssteuersatz versteuern.

Seit seiner Einführung durch den Revenue Act of 1978 hat sich der 401(k)-Plan weit verbreitet. Bereits Anfang der 2000er Jahre boten rund 97 % der großen US-Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten ein entsprechendes Modell an. Heute ist er aus der amerikanischen Altersvorsorge kaum mehr wegzudenken und spielt eine zentrale Rolle in der privaten Altersvorsorge in den USA. Durch steuerliche Vorteile, flexible Anlagemöglichkeiten und die häufige Beteiligung des Arbeitgebers bietet er Arbeitnehmern attraktive Chancen, langfristig Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig erfordert er jedoch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung und finanziellem Verständnis, da sowohl die Anlageentscheidungen als auch die damit verbundenen Risiken beim Arbeitnehmer liegen.

Was geschieht beim Wechsel des Arbeitgebers

Bei einem Wechsel des Arbeitsnehmers oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann ein 401(k)-Plan in einen IRA (Individual Retirement Account) umgewandelt werden (rollover). Diese Umwandlung vermeidet Strafzahlungen und wahrt die Steuerfreiheit bis zur Auflösung im Alter.

Einer Schätzung aus dem Jahr 2025 zufolge existieren knapp 32 Millionen lost or forgotten401(k) Konten, mit einem Gesamtvermögen von über zwei Billionen US-Dollar. Gerade deshalb lohnt es sich, dem eigenen 401(k) auch über einen Arbeitgeberwechsel hinweg Aufmerksamkeit zu schenken und die nächsten Schritte bewusst zu planen. Sonst landet das hart ersparte Geld am Ende womöglich auf der Liste der „vergessenen Billionen“.

Als Expat kann es hilfreich sein, sich gegebenenfalls von einem Steuerberater beraten zu lassen, um die individuell bestmögliche Strategie zu erarbeiten, wie und wann ein 401(k)-Plan aufgelöst wird, damit das Geld nicht verloren geht.

Wie immer gilt auch hier: BE AWARE

Wenn Sie also planen in den USA Mitarbeiter zu beschäftigen, dann kommen Sie um das Thema 401(k) nicht herum. Beschäftigen Sie sich daher frühzeitig mit diesem Thema und Ihren potentiellen Mitarbeitern ein attraktives Angebot anbieten zu können.

Sollten Sie Fragen zum 401k oder auch zu generellen Fragen zum Thema „Einstellung von Mitarbeitern in den USA“ haben, sprechen Sie mich gerne auch direkt an.

Matthias Köhler – Gründer und Geschäftsführer der KOEHLER Transatlantic GmbH

www.koehler-transatlantic.com

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